Ein paar Worte zum Konflikt, denn manchmal ist es ganz schön stürmisch

Konfliktdefinition

Ein Konflikt ist eine mindestens von einer Seite als emotional belastend und/oder sachlich inakzeptabel empfundene Interaktion, die durch eine Unvereinbarkeit der Verhaltensweisen, der Interessen und Ziele sowie der Annahmen und Haltungen der Beteiligten gekennzeichnet ist.

Konflikt Eskalalion nach "Victor Glasl"

Stufe 1 Verhärtung

Konflikte beginnen mit Spannungen, Meinungen sind unterschiedlich. Das ist alltäglich und wird meist nicht als Beginn eines Konflikts wahrgenommen. Wenn ein Konflikt entsteht werden die Meinungen fundamentaler, der Konflikt könnte tiefere Ursachen haben.

Stufe 2 Debatte

Ab hier überlegen sich die (Konflikt) Partner Strategien, um den anderen von ihren Argumenten zu überzeugen. Meinungsverschiedenheiten führen zum Streit, man will den anderen unter Druck setzen, schwarz - weiß Denken entsteht.

Stufe 3 Taten statt Worte

Die Partner erhöhen den Druck auf den jeweils anderen, um sich oder die eigene Meinung durchzusetzen. Gespräche werden z.b. abgebrochen, es findet keine verbale Kommunikation mehr statt. Das Mitgefühl für den anderen geht verloren.

Stufe 4 Koalitionen

Der Konflikt verschärft sich dadurch, dass man Sympathisanten für seine Sache sucht. Das heißt man sucht sich Verbündete und versucht sie auf seine Seite zu ziehen. Es geht nicht mehr um die Sache, sondern darum zu gewinnen, damit der Gegner verliert.

Stufe 5 Gesichtsverlust

Der Gegner soll vernichtet werden durch alle möglichen Unterstellungen oder ähnliches. Hier ist der Vertrauensverlust vollständig. Gesichtsverlust bedeutet auch Verlust der moralischen Glaubwürdigkeit.

Stufe 6 Drohstrategien

Mit Drohungen versuchen die Konfliktparteien, die Situation zu kontrollieren, sie soll die eigene Macht veranschaulichen. Man droht mit einer Forderung, die Sanktionen beinhaltet." Entweder du tust was ich dir sage oder ich sorge dafür, dass du entlassen wirst".

Stufe 7 Begrenzte Vernichtung (sschläge)

Hier soll dem Gegner empfindlich geschadet werden, er wird nicht mehr als Mensch  wahrgenommen. Ab hier wird ein begrenzter eigener Schaden schon als Gewinn angesehen, sollte der des Gegners größer sein.

Stufe 8 Zersplitterung

Das Unterstützungssystem des Gegners soll mit Vernichtungsaktionen zerstört werden.

Stufe 9 Gemeinsam in den Abgrund

Ab hier kalkuliert man die eigene Vernichtung mit ein, um den Gegner zu beseitigen.

Der Konflikt besteht zwischen mindestens 2 Personen

Die Betroffenen haben unterschiedliche Interessen, Meinungen, Einstellungen, Werte, Pläne oder Ziele, die nicht gleichzeitig in einem für alle optimalen oder befriedigenden Maße realisiert werden können.

Das kommt in Teams ebenso vor, wie in Familien, bei Freunden oder auch in der Paarbeziehung.

Ein Beispiel gefällig ?

Ein Paar spricht darüber wo es heuer seinen Urlaub verbringen soll.

Fr. S. möchte wandern gehen, Natur geniessen, abends irgendwo einkehren und  gemütlich essen gehen.

Hr.S. möchte ans Meer, schwimmen gehen, in der Sonne liegen und abends selber grillen.

Beide können sich nicht einigen und beide möchten ihres durchsetzen, keiner gibt nach. Es folgen Sätze wie: immer soll ich nachgeben, immer wenn ich etwas will machst du nicht mit, ich habe es doch wohl verdient das zu tun was mir Spass macht, du bist egoistisch, du verstehst mich nicht usw.

Der beste Weg zur Konfliktlösung ist immer noch das Gespräch.

Wenn nötig mit jemanden der neutral ist - allparteilich wie z.B ein MediatorIn.

 

Es gibt immer eine Lösung, wie auch immer sie aussehen mag.


Licht am Horizont oder ab in ruhigere Gewässer

Strategien zur Konfliktbewältigung

  • Jeder darf sagen was ihm wichtig ist
  • Jeder darf sein Wünsche und auch seine Bedürfnisse äussern
  • Verschiedene Meinungen dürfen sein
  • Lösungen sind möglich, wenn beide ein Interesse daran haben
  • Die Sichtweise des anderen verstehen wollen
  • Hinhören was der andere sagt
  • Nachfragen bei nicht verstehen
  • Gemeinsamkeiten finden
  • Gespräche an einem neutralen Ort
  • Einen Konsens finden
  • Perspektivenwechsel fördert verstehen

Wozu sind Konflikte gut ?

  • Durch Konflikte lernen wir uns selbst und auch den anderen besser kennen
  • Konflikte führen zu besseren Entscheidungen
  • Konflikte fördern die Persönlichkeitsentwicklung
  • Durch Konflikte lernt man seine Grenzen kennen
  • Konflikte vertiefen zwischenmenschliche Beziehungen
  • Ein Konflikt "zwingt“, sich mit dem anderen und auch mit dessen Emotionen auseinanderzusetzen
  • Ein Konflikt "zwingt" auch, sich mit seinen eigenen Emotionen auseinanderzusetzen


Das Leben ist immer dort wo dein Fokus liegt